Wohnsiedlung Altwarp

Altwarp Siedlung

Luftbild Altwarp-Siedlung

Die Siedlung liegt ca. 2 km vor Altwarp, an der Landstraße L31. Der Bau der Wohnsiedlung Altwarp begann 1954 und wurde 1956 fertiggestellt. Hier wohnten ca. 70 Berufssoldaten mit ihren Familien. Die entstandenen Siedlungshäuser waren ursprünglich als Reparationsleistungen Deutschlands an die damalige Sowjetunion gedacht gewesen, um die Wohnungsnot in den europäischen Gebieten der Sowjetunion zu lindern. Die politische- und militärische Entwicklung verlief jedoch anders.
Kurzer Hand wurden im Raum Eggesin, Torgelow und Altwarp in "Größenordnungen" Kasernen aus dem "Boden gestampft". Für Berufssoldaten errichtete man gleichzeitig Wohnsiedlungen. Es gab in Altwarp Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser und drei Wohnblöcke mit Wohnungen für acht Familien.

Im Weiteren entstanden Versorgungseinrichtungen wie Gaststätte, Lebensmittelgeschäft (HO), Fleischerei und Industriewarenladen. Ein Kindergarten und Arztpraxis waren ebenso vorhanden. Später entstand noch eine Kindergrippe. In die damalige Kreisstadt nach Ueckermünde fuhren täglich mehrmals Linienbusse. Schülerbusse fuhren nach Altwarp und für die höheren Klassen nach Vogelsang. In der Siedlung entwickelte sich bis 1990 ein reges kulturelles Leben.

Großes Holzhaus

Ein Dorfclub entstand und für die jährlich stattfindenden Volksfeste errichtete man eine Freilichtbühne. Das damalige Kabarett war weit über die Kreisgrenzen bekannt.

Die Häuser sind in Holzständerbauweise errichtet worden. Als Wärmeschutzisolierung wurde Glaswolle verwendet. Die Innenver-kleidung erfolgte mit Hartfaserplatten, als Außenkleid  bevorzugte man die Stülpschalung aus Holz. Jedes Fenster war mit hölzernen Läden versehen.
Beheizt wurden die Wohnungen mit gesetzten Kohle-Kachelöfen. In jedem Zimmer stand  ein Ofen, was infolge der bescheidenen Wärmedämmung auch erforderlich war. Die Küche war mit einer "Kochmaschine" ausgestattet. Nur noch wenige Häuser blieben in ihrem Ursprung erhalten. Die Einrichtungen in den Häusern waren sehr einfach gehalten. So sollten diese Häuser nur für ca. 20 Jahre ihren Dienst erfüllen.
Die Straßen waren entweder geschottert oder gepflastert. Erst Anfang der 1990er Jahren erfolgte der Ausbau der Straßen. Ab den 1970er Jahren waren Neubauten geplant, die dann 1982 auch realisiert wurden. Die Mehrzahl der Hausbewohner hatten sich jedoch entsprechend eingerichtet und teils durch Privatinitiative den Ausbau ihrer Häuser vorangetrieben.

Holzblock mit acht Wohnungen

Infolgedessen verzichtete man auf einen Abriss der Häuser und verkaufte diese an die bisherigen Mieter für wenig Geld. Jeder Hausbesitzer rekonstruierte, renovierte und baute sein Haus entsprechend seiner Fertigkeiten und Möglichkeiten selbst aus. Infolge Modernisierungen und Erweiterungen ist der Charakter der Holzhäuser leider verloren gegangen. Der letzte Holzblock wurde im Herbst 2006 abgerissen. Nach 1989 konnten die Hauseigentümer auch Grund- und Boden erwerben. Die entstandenen Lückenflächen wurden verkauft. Es entstanden neue Eigenheime.